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Schmerzfrei Laufen

Bericht von halloherne

Andreas Zänker kennt sich mit Schuhen aus: Er ist Orthopädie-Schuhmachermeister. Die Anpassung von Laufschuhen ist ein Spezialgebiet des passionierten Läufers. Er findet für jeden Laufstil und jeden Fuß den passenden Schuh. halloherne-Mitarbeiterin Ruth Albus sprach mit ihm über Hintergründiges und Vordergründiges.
 
halloherne: Warum ist es so wichtig, sich einen Laufschuh anpassen zu lassen?  

Andreas Zänker: Gerade für Anfänger ist es wichtig, sich gut beraten zu lassen, damit das Training Spaß macht. Wenn Schmerzen auftreten, verliert man schnell wieder die Lust am Training. Mich ärgerte es, dass viele Menschen die falschen Schuhe an den Füßen hatten. Daher entschloss ich im Jahr 2001, eine Sportabteilung in mein Geschäft zu integrieren. Leider kommen viele Kunden erst zu mir, wenn sie bereits Schmerzen bekommen haben. Das ist schade.



halloherne: Nach welchen Kriterien suchen Sie einen Schuh für den Kunden aus?

Andreas Zänker: Grundsätzlich machen wir zu Beginn eine Laufband-Analyse. Dazu muss die Hose bis zum Knie hochgekrempelt werden, und der Kunde läuft dann barfuß oder auch in seinen alten Laufschuhen auf dem Laufband. Eine Kamera hinter dem Kunden zeichnet den Lauf auf, und ich kann nicht nur die Stellung der Füße, sondern auch die gesamte Beinachse beurteilen. Steht das Bein gerade? Wie kommen die Füße auf dem Boden auf? Das Video schaue ich mir dann zusammen mit dem Kunden an und erkläre ihm, welchen Einfluss die Bewegung auf die Statik des gesamten den Körpers hat. Danach suche ich den neuen Schuh aus.
 
halloherne: Wie kann dieser Schuh aussehen?

Andreas Zänker: Bei manchen Menschen knickt der Fuß beim Aufsetzen extrem nach innen ein. Diesem Läufer kann ich dann einen Schuh empfehlen, der an der Innenseite der Sohle eine Stützfunktion besitzt. Es kann aber auch genauso gut sein, dass ich dem Läufer zu einem sogenannten neutralen Schuh, mit einer Sohle ohne Stützfunktion, rate, ihm dafür aber eine Einlage empfehle. Das muss ich von Fall zu Fall entscheiden. Außerdem ist es wichtig zu wissen, auf welchem Untergrund der Läufer läuft. Läuft er viel im Wald oder viel auf dem Asphalt?  Wie viele Kilometer läuft er in der Woche?  All diese Informationen brauche ich, um den richtigen Schuh auszusuchen. Eventuell muss eine Einlage für den Schuh gefertigt werden.
 
halloherne: Wie wird so eine Einlage gefertigt?

Andreas Zänker: Der Kunde wird auf ein Gerät mit einer Glasplatte gestellt, dass die Druckverteilung unter seiner Fußsohle darstellt. Ich bekomme ein ganz präzises Bild der Fußsohle. Seit drei Jahren habe ich eine sogenannte Cut-Fräse, eine computergesteuerte Präszisionsfräse, die das Bild der Druckanalyse verwertet und eine passgenaue Einlage fräst. Eine Einlagen sollte über die Füße zu einer Entspannung des gesamten Körpers führen.



halloherne: Komme ich mit einem paar Laufschuhe aus?

Andreas Zänker: Am besten ist es, wenn man zwei Paar Laufschuhe besitzt und man diese im Wechsel trägt. Die unterschiedlichen Schuhe geben dem Körper jeweils andere Impulse. Bänder und Sehnen werden dadurch zusätzlich trainiert und gestärkt.

halloherne: Welche anderen Tipps geben Sie den Kunden zum Laufen?

Andreas Zänker: Neben dem richtigen Schuhwerk ist es für einen Läufer extrem wichtig, auch die Muskeln zu trainieren, die beim Laufen nicht so beansprucht werden, aber die für die Stabilität des Körpers sorgen. Solche Übungen zeige ich den Kunden gerne. 2007 habe ich bei Dr. Matthias Marquardt eine Trainerlizenz zum Trainer für Natürliches Laufen (Natural running) erworben. Das Wissen gebe ich ebenfalls gerne an meine Kunden weiter.

Fotos und Text: Ruth Albus


Die Bauerfeind*-Kundenzeitung "BAUERFEIND life" berichtet in der Ausgabe III. Quartal 2005 über RunUp42:

 

* www.bauerfeind.com

 



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